Gedanken zum Monatsspruch April 2020

Dieses Bibelwort riecht irgendwie modrig, oder? Es riecht nach Verwesung, nach Tod, nach Vergehen und Sterben. Es zeigt auf, dass das Leben vergänglich, ja das es endlich ist. Jeder weiß im Grunde…

Gedanken zum Monatsspruch April 2020:

„Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich“                            1. Korinther 15, 42

Dieses Bibelwort riecht irgendwie modrig, oder? Es riecht nach Verwesung, nach Tod, nach Vergehen und Sterben. Es zeigt auf, dass das Leben vergänglich, ja das es endlich ist. Jeder weiß im Grunde, dass es so ist. Nicht nur die grauen Haare oder die Brille auf der Nase oder die faltig werdende Haut machen die Vergänglichkeit deutlich. Die körperlichen Gebrechen nehmen zu, die Krankheit, die einem zu schaffen macht und je älter der Mensch wird, umso mehr wird vieles im Leben anstrengend und beschwerlich. Am Ende des Lebens steht der Tod und so hören wir die Worte des Apostel Paulus bei jeder Beerdigung, wenn der Sarg in die Erde gelassen wird.

Damit wird die Vergänglichkeit herausgestellt und zugleich strahlt die Hoffnung auf etwas Neues auf. Der menschliche Körper gleicht einem Samenkorn, das in die Erde gelegt wird und es wird einmal ein neuer Körper von unvergänglichem Leben entstehen.

Wir sind in der Passionszeit und machen uns wieder neu bewusst, was Karfreitag und Ostern, was Tod und Auferstehung bedeuten. Jesus Christus, der Sohn Gottes, der am Kreuz auf Golgatha gestorben ist, ist nicht im Tod geblieben, sondern er ist auferweckt worden. Was für eine Hoffnung.

Jesus wurde nach seinem Tod am Kreuz in Leinentücher gewickelt und in ein Felsengrab gelegt. Ein Stein wurde vor den Eingang gerollt und hat das Grab verschlossen. Doch am Ostermorgen ist der Stein weggerollt. Maria von Magdala, Maria, die Mutter von Jakobus und Salome gingen zum Grab, um den Leichnam zu salben und das Vergehen ein wenig hinauszuzögern. Doch das Grab ist leer und der Stein vor dem Grab ist weggerollt. Das ist ein Zeichen für das Eingreifen Gottes in den Prozess des Sterbens und Vergehens. Die Auferstehung Jesu ist die Botschaft vom Leben, die die Naturgesetze bricht.

Was für eine Kraft war dort am Werk? Eine Kraft die bewegt und verändert. Eine Kraft die durch Sterben und Tod hindurchträgt. Diese Kraft Gottes kann der Mensch spüren. Paulus selbst ist ein Zeuge dafür. Er wurde von der Auferstehungsmacht unwiderstehlich ergriffen. Es hat ihm buchstäblich alle Sinne geraubt. Tagelang war er blind und stumm. Gleichzeitig wurde er mit einer Kraft erfüllt, die durch kein Leiden und keine Todesbedrohung mehr zu erschüttern war. So berichtet es die Apostelgeschichte und so erfahren wir es in seinen Briefen.

Aber wie sollen wir sterblichen und verweslichen Menschen uns das vorstellen? Wir können doch gegen den Tod nichts ausrichten! Das können wir in der Tat nicht. Wir können uns nirgendwo festhalten. Wir müssen Angst haben, dass es uns so eines Tages gar nicht mehr gibt. Aber Gott hält an uns fest und zwar durch den Tod hindurch.

Gott hat den Gekreuzigten auferweckt. So wird er auch uns zu neuem Leben erwecken. Um Christi Willen ist jeder ihm kostbar und unverlierbar geworden. Paulus hämmert es geradezu der Gemeinde in Korinth ein: Der Tod trägt nicht den Sieg davon. Gott wird uns verwandeln. Wer als Glaubender stirbt, wird nicht in ein Nichtsein versetzt. Die Identität unserer Person bleibt dabei gewahrt. Aber: Die Person wird verwandelt. Dafür gebraucht Paulus das Bild des Säens und Erntens aus der Landwirtschaft: „Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich.“

Das ist durch Ostern geschehen, denn: „Der HERR ist auferstanden! ER ist wahrhaftig auferstanden!“. Und der Auferstanden sagt: „Ich lebe und ihr sollt auch leben“.

Pastor Wilfried Weniger